Relationale Grenzen und Grenz-(überschreitende) Relationen
14. UniGR-CBS-Seminar Border Studies
25.-26. Juni 2026, Universität des Saarlandes
Grenzen werden häufig als Trennlinien wahrgenommen – als Abgrenzungen von Territorien, Kulturen, Sprachen, Identitäten und politischen Ordnungen. In den gegenwärtigen Border Studies werden Grenzen jedoch zunehmend als relationale und prozessuale Formationen verstanden: historisch verortet, materiell verflochten und durch Machtverhältnisse, Mobilitäten, Zeitlichkeiten und Austauschprozesse, die auch nicht-menschliche Aspekte einschließen, fortlaufend neu konfiguriert. Aus dieser Perspektive trennen Grenzen nicht einfach nur; sie entstehen durch fortwährende Interaktionen zwischen Menschen, Infrastrukturen, Umgebungen und kulturellen Praktiken.
Das UniGR-CBS-Seminar Border Studies lädt zu Beiträgen ein, die relationale Grenzen und grenzüberschreitende Beziehungen diskutieren und damit Perspektiven eröffnen, um Grenzen jenseits statischer, territorialer oder rein institutioneller Kontexte zu denken und zu untersuchen.
Das Seminar fördert den Dialog über unterschiedliche geopolitische und epistemische Kontexte hinweg. Im Mittelpunkt stehen europäische, transatlantische und amerikanische Perspektiven sowie vergleichende und verbindende Ansätze, die Grenzen regionen- und skalenübergreifend in den Blick nehmen.
- Call for Contributions (22/05/2026)
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Willkommen sind Beiträge aus den Border Studies, den Geistes- und Sozialwissenschaften, der Amerikanistik, den Kulturwissenschaften, der Geografie, Linguistik, Literatur- und Medienwissenschaft, Geschichte, politischen Theorie und Kunst sowie aus interdisziplinärer, vergleichender und praxisorientierter Forschung.
Beiträge von Nachwuchswissenschaftler:innen sind ausdrücklich erwünscht.
Mögliche Themen umfassen unter anderem:
- relationale Theorien zu Grenzen und Grenzziehungsprozessen
- grenzüberschreitende Beziehungen und transnationale Verflechtungen
- Zeitlichkeiten, Räumlichkeiten und Chronotope von Grenzen
- Sprache, Übersetzung und mehrsprachige Grenzpraktiken
- postkoloniale und dekoloniale Perspektiven auf Grenzen
- Vertreibung, Migration, Diaspora und verkörperte Grenzerfahrungen
- ästhetische, narrative und künstlerische Auseinandersetzungen mit Grenzen
Indem Relationen im weiteren Sinne in den Mittelpunkt gestellt werden, zielt das UniGR-CBS-Seminar darauf ab, den interdisziplinären Austausch zu fördern und Grenzen als dynamische relationale Formationen neu zu denken – nicht als statische oder in sich geschlossene Einheiten.
Abstracts von ca. 250 Wörtern für Vorträge, Panels, Rundtischgespräche oder andere Formate können auf Englisch, Deutsch oder Französisch bis zum 22. Mai 2026 an borderstudies@uni-saarland.de eingereicht werden.
Call for Contributions hier runterladen (nur auf englisch verfügbar)
Das UniGR-CBS-Seminar Border Studies ist als gemeinsame Veranstaltung konzipiert, die verschiedene Forschungs- und Austauschformate zusammenführt. Es vereint:
- das UniGR-CBS-Seminar Border Studies; einen zweitägigen Forschungsworkshop zu einem spezifischen grenzenbezogenen Thema
- einen Workshop im Rahmen des Eastern-Partnership-Projekts „Border Chronotopes“
- das UdS American Studies Graduate Forum; eine themenoffene Plattform für Nachwuchswissenschaftler:innen, Masterstudierende und Doktorand:innen der Amerikanistik, gemeinsam organisiert mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI).

Kontakt
Eva Nossem borderstudies@uni-saarland.de